Blogparade: GEMA habt ihr sie denn noch alle beisammen?

Auf Kleckerlabor.de gibt es eine interessante Blogparade über die Vorschläge der Gema Linzengebühren für das Einbetten von Videos zu verlangen. Das ist im Moment ein ganz heißes Thema und als Hobbymusiker habe ich auch schon einige Erfahrungen mit der Gema gesammelt.

  • Habt ihr eingebettete Videos in euer Blog im Einsatz?

Ich habe keinerlei Musikvideos im Einsatz, da es auch nicht zum Thema des Blogs passt. Allerdings bin ich deswegen noch nicht fein raus. Hin und wieder teile ich interessante Videos zu Technikprodukten oder Videospielen. Die dort verwendete Hintergrundmusik reicht für die Gema allein schon aus um Gebühren verlangen zu können.

  • Was bedeutet für uns (als Blogger) und als Konsumenten diese GEMA Forderung?

Sollte diese Forderung tatsächlich umgesetzt werden, kann ich mit an fast Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit sagen, was passieren wird. Zuerst steht das Problem mit den Doppeleinnahmen. Einerseits entstehen Einnahmen durch Werbung und zum zweiten durch die Lizenzierung. Der einzige Weg dies zu unterbinden wäre, dass die Videoplattformen tracken wie diese Videos aufgerufen werden. Dadurch entgehen natürlich der Plattform Einnahmen. Dazu sollte der technische Aufwand nicht unterschätzt werden, durch die vielen „veralteten“ Einbett-Codes. Daher denke ich, dass es eine andere Lösung gibt, so wie es die Gema bisher bei Konzerten macht. Als Veranstalter muss ich einen Pauschalbetrag, abhängig von Größe und Eintrittspreis, an die Gema ableisten. Zusätzlich muss ich eine Liste der gespielten Titel, Gema-pflichtig oder nicht, ausfüllen. Anhand dieser Daten wird dann das Geld auf die Künstler verteilt. Ähnlich wird es auch mit den Webseiten passieren. Man wird ebenfalls einen Pauschalbetrag abhängig von den Besucherzahlen leisten müssen und dazu bei der Gema angeben, welche Videos eingebettet sind. Da treten natürlich eine menge Probleme auf. Wie sollen diese Besucherzahlen getrackt werden? Was ist mit Bots oder wiederkehrenden Besucher?

  • Sind eingebettete Videos etwas anderes als Links? oder ist das Einbinden eines Videos auf der eigenen Website eine neue Nutzungsform, die bislang nur nicht explizit von den Gesetzen erfasst worden ist?

Das Problem ist, dass die Gema so ein mächtiger Verein geworden ist, dass diese die Marktbedingungen diktieren kann. Warum soll ich Geld bezahlen, wenn ich doch umsonst Werbung für einen Künstler machen? Eigentlich sollte es doch eher umgekehrt sein. Manche Musiker umwerben die Radiosender, dass ihre Titel besonders häufig gespielt werden. Meiner Meinung nach sollte keine der beiden Parteien für das bloße Einbetten und Teilen Geld verlangen dürfen. In einem Artikel, den ich im Moment nicht zur Hand habe, habe ich gelesen, dass allein Youtube 1 Mrd Euro an Umsatz im letzten Jahr für die Musikindustrie erwirtschaftet hat. Reicht das denn nicht?

  • Würdest Du/würden Deine Leser bereit sein für Deine Beiträge Geld zu bezahlen? Welche Probleme würden auftauchen und wie könnte man diese lösen?

Bei Konzerten sind die Kosten für die Gema ein nicht unerheblicher Teil. Diese auf den Eintritt umzulegen funktioniert leider auch nicht, da die Gebühren u.a. nach dem Eintrittspreis gestaffelt sind. Ich fürchte, wenn ein ähnliches Modell für Webseiten kommt, dann traut man sich irgendwann nicht mehr seine Artikel zu promoten aus Angst zu viel zahlen zu müssen.

Ich wäre nicht Bereit für Videos zusätzlich Geld aus zu geben. Allerdings könnte der Verzicht von Videos einen nicht unbedingt davon befreien. Alle Veranstaltungen werden pauschal erst einmal als Gema-pflichtig angenommen. Das Gegenteil zu beweisen, ist meist gar nicht so einfach. Häufig habe ich als Musiker darauf verzichtet, bzw. wenn man nicht Veranstalter ist, hat man eh keine Hand die Konzerte anzumelden. Was folgt ist, dass ich für meine selbst komponierte Musik Gebühren an die Gema entrichtet habe. Und irgendein Künstler oder auch nur die Gema selbst hat dann an meiner Musik verdient. Und nein, ich bin nicht Mitglied in diesem Verein. So geht es auch einigen Musikerkollegen.

  • Welche Bezahlmodelle könntest Du dir vorstellen, wenn tatsächlich irgendwann Youtube Videos  nur noch gegen Cash zu sehen sind? oder wurdest du in diesem Fall ganz auf Videos verzichten

Das Bezahlmodell habe ich schon weiter oben erläutert. Und ich bin mir zu 100% sicher, dass es so kommen wird. Ich werde mich dann gegen jegliche Einbindung von Videos entscheiden.

  • Kennt ihr Webseiten wo man Creative Commons lizenzierte Videos runterladen kann?

Nein, nicht eine. Tipps gerne in die Kommentare.

 

Das Internet kann nur bestehen und weiter wachsen durch das Teilen und Verlinken von Inhalt. So ist es zu dem geworden, was es ist. Ein ganzer Konzern hat darauf seine Grundlage gestellt. Wenn ich als Künstler Videos auf Plattformen veröffentliche, die das Teilen und Einbetten ermöglichen und fördern, wenn ich durch das virale Marketing 1 Mrd. Views für den Gangnam-Style bekommen, wenn ich Facebook-Seiten erstelle um dort meine neueste Single promote und zum Teilen auffordere, dann soll man GOTTVERDAMMT dankbar dafür sein und nicht den eigenen Fans und Unterstützer das Geld aus der Tasche ziehen wollen. Ja ich weiß, die Gema spricht nicht für alle Künstler. Aber vielleicht sind gerade diese in der Verantwortung diesen Verwaltungsapparat wieder auf den Boden zu holen.