Was man bei eigenen Bildern beachten muss

Auf das Urteil des LG Köln über Urheberkennzeichnungen von Bildern von letzter Woche gibt es mehrere Möglichkeiten zu reagieren. Man kann alle Bilder vom Blog verbannen oder darauf hoffen, dass die nächste Instanz das Urteil kassiert. Unter den Bloggern geht aber auch die Idee um nur noch eigene Fotos zu verwenden. Aber auch hier kann man ganz schnell in die Abmahnfalle tappen.

Bevor ich erläutere, was es noch zu beachten gibt, noch ein kleiner Hinweis: Ich bin kein Anwalt und rechtliche Beratung im Einzelfall ist auch nur diesen vorbehalten. Im Zweifel sollte man sich immer rechtlichen Rat von einem Profi holen.

Was ist erlaubt bei Gegenständen?

Bei Bildern für den Blog werden meist gern Gegenstände verwendet und zu Symbolfotos verarbeitet. Jedoch kann man dafür nicht jeden Gegenstand verwenden. Wenn das Objekt eine gewisse Schöpfungshöhe erreicht, gilt das Verbreiten von Bildern davon als unerlaubte Vervielfältigung. Auch wenn man sicher ein Bild von einem Auto nicht zum fahren benutzen kann. Als Faustregel gilt: Fotos von Designergegenständen dürfen nicht verbreitet werden. Das gilt besonders, wenn das Bild ohne diese Objekte nicht „funktioniert“.

Bilder von urheberrechtlich geschützten Dingen dürfen nicht ohne Genehmigung verbreitet werden. Allerdings ist es fast unmöglich eine Aufnahme ohne solche Objekte zu machen. Grundlegend dafür ist, ob sich solche Sachen nur im Hintergrund, also Beiwerk, sind oder das eigentliche Motiv sind. Befinden sie sich im Hintergrund, können Aufnahmen davon veröffentlicht werden.

Was ist erlaubt bei Gebäuden?

Bilder von Gebäuden unterliegen der Panoramafreiheit. Das heißt es können Fotos von einem Gebäude erstellt werden, wenn diese von einem öffentlich zugänglichen Ort ohne Hilfsmittel geschossen werden. Folgendes Szenario wäre erlaubt: Von der Straße, ohne Teleobjektiv und nicht von einer Leiter. Anders sieht es aus bei Aufnahmen von innerhalb eines Gebäudes. Dann ist auf jeden Fall eine Erlaubnis einzuholen. Besonders dann, wenn das Fotografieren wie in Museen verboten wurde. Es ist übrigens auch nicht erlaubt von außen durch ein Fenster das Innere zu fotografieren.

Was ist erlaubt bei Kunstwerken?

Kurze Version: Ablichtungen von an öffentlichen Orten dauerhaft eingerichteten Kunstwerken ist erlaubt. Kunstwerke in geschlossenen Räumen, wie zum Beispiel Museen oder Ausstellungen nicht. Das heißt ein Denkmal in der Innenstadt kann abgelichtet werden, ein mit Kreide auf die Straße gemaltes Bild nicht.

Was ist erlaubt bei Personen?

Bilder von Personen dürfen nicht ohne deren Erlaubnis veröffentlicht werden. Bei Minderjährigen ist die Erlaubnis von den Erziehungsberechtigten einzuholen. Anders sieht es mit Personen des Zeitgeschehen aus. Das sind zum Beispiel Politiker oder Schauspieler. Allerdings dürfe diese Aufnahmen nicht in eindeutig privaten Situationen entstehen.

Was sonst noch so?

Ebenfalls können Logos nicht ohne weiteres verbreitet werden. Was auch nicht geht ist Bilder von Bildern machen. Möchte man also eine Abbildung eines Ferraris auf seinem Blog haben, ist es nicht möglich eine Skizze von Hand zu machen und diese zu veröffentlichen. Karten können ebenfalls geschützt sein. Die Vermessungsdaten unterliegen einem Datenbankschutz. Bildschirmfotos von Filmen und Spielen sind ebenfalls urheberrechtlich geschützt. Screenshots von Software können auch geschützt sein.

Mit dem Urheberrecht ist noch lange nicht Schluss

Das Urheberrecht kollidiert noch mit vielen anderen Rechten. So gelten für wissenschaftliche Arbeiten noch ganz andere Sachen und es können dort urheberrechtlich geschützte Werke veröffentlicht werden. Ebenso existiert noch das Zitatrecht für Bilder. Allerdings öffnet das wieder ganz andere Türen für Abmahn-Anwälte. Auch für Reviews und Tests können unter Umständen Bilder veröffentlicht werden.

Man sollte sich für jedes einzelne Foto eigentlich genau überlegen ob man dieses, selbst geschossen oder nicht, informieren ob dies überhaupt möglich ist.

Auch interessant: