Blogparade: GEMA habt ihr sie denn noch alle beisammen?

Auf Kleckerlabor.de gibt es eine interessante Blogparade über die Vorschläge der Gema Linzengebühren für das Einbetten von Videos zu verlangen. Das ist im Moment ein ganz heißes Thema und als Hobbymusiker habe ich auch schon einige Erfahrungen mit der Gema gesammelt.

  • Habt ihr eingebettete Videos in euer Blog im Einsatz?

Ich habe keinerlei Musikvideos im Einsatz, da es auch nicht zum Thema des Blogs passt. Allerdings bin ich deswegen noch nicht fein raus. Hin und wieder teile ich interessante Videos zu Technikprodukten oder Videospielen. Die dort verwendete Hintergrundmusik reicht für die Gema allein schon aus um Gebühren verlangen zu können.

  • Was bedeutet für uns (als Blogger) und als Konsumenten diese GEMA Forderung?

Sollte diese Forderung tatsächlich umgesetzt werden, kann ich mit an fast Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit sagen, was passieren wird. Zuerst steht das Problem mit den Doppeleinnahmen. Einerseits entstehen Einnahmen durch Werbung und zum zweiten durch die Lizenzierung. Der einzige Weg dies zu unterbinden wäre, dass die Videoplattformen tracken wie diese Videos aufgerufen werden. Dadurch entgehen natürlich der Plattform Einnahmen. Dazu sollte der technische Aufwand nicht unterschätzt werden, durch die vielen „veralteten“ Einbett-Codes. Daher denke ich, dass es eine andere Lösung gibt, so wie es die Gema bisher bei Konzerten macht. Als Veranstalter muss ich einen Pauschalbetrag, abhängig von Größe und Eintrittspreis, an die Gema ableisten. Zusätzlich muss ich eine Liste der gespielten Titel, Gema-pflichtig oder nicht, ausfüllen. Anhand dieser Daten wird dann das Geld auf die Künstler verteilt. Ähnlich wird es auch mit den Webseiten passieren. Man wird ebenfalls einen Pauschalbetrag abhängig von den Besucherzahlen leisten müssen und dazu bei der Gema angeben, welche Videos eingebettet sind. Da treten natürlich eine menge Probleme auf. Wie sollen diese Besucherzahlen getrackt werden? Was ist mit Bots oder wiederkehrenden Besucher?

  • Sind eingebettete Videos etwas anderes als Links? oder ist das Einbinden eines Videos auf der eigenen Website eine neue Nutzungsform, die bislang nur nicht explizit von den Gesetzen erfasst worden ist?

Das Problem ist, dass die Gema so ein mächtiger Verein geworden ist, dass diese die Marktbedingungen diktieren kann. Warum soll ich Geld bezahlen, wenn ich doch umsonst Werbung für einen Künstler machen? Eigentlich sollte es doch eher umgekehrt sein. Manche Musiker umwerben die Radiosender, dass ihre Titel besonders häufig gespielt werden. Meiner Meinung nach sollte keine der beiden Parteien für das bloße Einbetten und Teilen Geld verlangen dürfen. In einem Artikel, den ich im Moment nicht zur Hand habe, habe ich gelesen, dass allein Youtube 1 Mrd Euro an Umsatz im letzten Jahr für die Musikindustrie erwirtschaftet hat. Reicht das denn nicht?

  • Würdest Du/würden Deine Leser bereit sein für Deine Beiträge Geld zu bezahlen? Welche Probleme würden auftauchen und wie könnte man diese lösen?

Bei Konzerten sind die Kosten für die Gema ein nicht unerheblicher Teil. Diese auf den Eintritt umzulegen funktioniert leider auch nicht, da die Gebühren u.a. nach dem Eintrittspreis gestaffelt sind. Ich fürchte, wenn ein ähnliches Modell für Webseiten kommt, dann traut man sich irgendwann nicht mehr seine Artikel zu promoten aus Angst zu viel zahlen zu müssen.

Ich wäre nicht Bereit für Videos zusätzlich Geld aus zu geben. Allerdings könnte der Verzicht von Videos einen nicht unbedingt davon befreien. Alle Veranstaltungen werden pauschal erst einmal als Gema-pflichtig angenommen. Das Gegenteil zu beweisen, ist meist gar nicht so einfach. Häufig habe ich als Musiker darauf verzichtet, bzw. wenn man nicht Veranstalter ist, hat man eh keine Hand die Konzerte anzumelden. Was folgt ist, dass ich für meine selbst komponierte Musik Gebühren an die Gema entrichtet habe. Und irgendein Künstler oder auch nur die Gema selbst hat dann an meiner Musik verdient. Und nein, ich bin nicht Mitglied in diesem Verein. So geht es auch einigen Musikerkollegen.

  • Welche Bezahlmodelle könntest Du dir vorstellen, wenn tatsächlich irgendwann Youtube Videos  nur noch gegen Cash zu sehen sind? oder wurdest du in diesem Fall ganz auf Videos verzichten

Das Bezahlmodell habe ich schon weiter oben erläutert. Und ich bin mir zu 100% sicher, dass es so kommen wird. Ich werde mich dann gegen jegliche Einbindung von Videos entscheiden.

  • Kennt ihr Webseiten wo man Creative Commons lizenzierte Videos runterladen kann?

Nein, nicht eine. Tipps gerne in die Kommentare.

 

Das Internet kann nur bestehen und weiter wachsen durch das Teilen und Verlinken von Inhalt. So ist es zu dem geworden, was es ist. Ein ganzer Konzern hat darauf seine Grundlage gestellt. Wenn ich als Künstler Videos auf Plattformen veröffentliche, die das Teilen und Einbetten ermöglichen und fördern, wenn ich durch das virale Marketing 1 Mrd. Views für den Gangnam-Style bekommen, wenn ich Facebook-Seiten erstelle um dort meine neueste Single promote und zum Teilen auffordere, dann soll man GOTTVERDAMMT dankbar dafür sein und nicht den eigenen Fans und Unterstützer das Geld aus der Tasche ziehen wollen. Ja ich weiß, die Gema spricht nicht für alle Künstler. Aber vielleicht sind gerade diese in der Verantwortung diesen Verwaltungsapparat wieder auf den Boden zu holen.

Was diese Woche wichtig war

  1. Urheberrecht und Abmahnwahn: Stellvertretend für die vielen vielen Artikel und weil es auch der Erste war, den ich gelesen habe. Hier geht es um das umstrittene Urteil des LG Köln bezüglich der Urheberkennzeichnung von Bildern auf Webseiten.
  2.  Das Flattervieh: Obwohl schon im Frühling 2013 veröffentlicht, hat Flappy Bird erst jetzt einen richtigen Hype gestartet.
  3. Gema will doppelt abkassieren: Einbetten von Youtube-Videos soll nach Gema-Vorstellungen Gebühren kosten.
  4. Sport ist M…: Heute beginnen in Russland die wohl umstrittensten Olympischen Spiele der Neuzeit. Letzte Möglichkeit sich nochmal umgehend zu informieren.

Einbetten von Videos soll kostenpflichtig werden

Auf futurezone.de werden interessante Pläne der österreichischen Verwertungsgesellschaft AKM enthüllt. Dort heißt es, dass unter den Mitgliedern eine Umfrage umgeht, in der ausgelotet werden soll ob das Einbetten von Videos auf anderen Webseiten kostenpflichtig sein soll bzw. erlaubt sein soll. Das würde das Internet gehörig aufrütteln. Es werden täglich tausende von Videos auf den Blogs und in den sozialen Medien getauscht.

Ich persönlich finde, wenn Videos auf einer paar Plattform hochgeladen werden, die das Teilen und Einbetten anbieten oder sogar unterstützen, dann muss man auch damit leben. Ein wirkliches Problem der Rechteinhaber sehe ich auch nicht. Aller Werbeeinahmen gehen trotzdem an den entsprechenden Urheber.

 

Blogparade: Was müsste passieren, damit ihr euren Facebook Account löscht?

Und da ist auch schon meine erste Teilnahme an einer Blogparade. Der Aufruf ist auf 9ag.de zu finden. Das Thema lautet: Was müsste passieren, damit ihr euren Facebook Account löscht? Dazu gibt es auch einen netten Fragekatalog. Das Thema finde ich durchaus interessant, da ich in letzter überlegt habe mich aus diesem sozialen Netzwerk zu verabschieden. Zuerst werde ich ein wenig über meine Nutzungsgewohnheiten erzählen und dann den Fragekatalog beantworten.

Warum nutze ich Facebook?

Diese Frage müsste ich zweiteilen. Einmal warum ich mich angemeldet habe und zweitens warum ich dort bleibe. Angemeldet habe ich vor vielen Jahren als Facebook noch nicht das Social Media Portal war was es heute ist. Damals war das vorherrschende Portal zumindest unter jungen Leuten StudiVZ. Wie der Name schon sagte, war das Portal und dessen Funktionen auf Studenten ausgelegt. Vielleicht mag das der Grund gewesen sein, warum diese Seite heute im Sterben liegt. Jedenfalls sind nach und nach die Leute zu Facebook gewechselt und ich hinter her. Genutzt habe ich es dann ca. ein Jahr lang nicht. Das lag daran, dass es einfach eine andere Nutzererfahrung im Vergleich zu StudiVZ war und mich nicht wirklich interessierte. Aber irgendwann kam dann der Zeitpunkt als wirklich jeder bei Facebook war und musste natürlich mit.

Heute nutze ich Facebook vor allem als Werbefläche. Ich bin Mitglied in einem gemeinnützigen Verein der Konzerte in einem ländlichen Gebiet veranstaltet. Über eine Facebookseite wird im Prinzip die ganze PR gesteuert. Das funktioniert sogar sehr gut. Würde es diesen Verein nicht geben, wäre mein Account sicher schon lange dicht.

Die Fragen

Es treten dabei Fragen zu Freunden auf:

Wie stark sind diese Freundschaften wirklich?

Von ca. 150 Facebookfreunden habe ich tatsächlichen Reallife-Kontakt zu etwa 20-30. Allerdings handelt es sich tatsächlich nur um Menschen mit denen ich schon einmal von Angesicht zu Angesicht gesprochen habe. Dabei handelt es sich meist um ehemalige Klassekameraden oder Vereinsfreunde.

Wieviele dieser Facebookfreunde spricht man NICHT an wenn man sie im Supermarkt trifft?

Ich würde mal schätzen ca. 5. Ein paar habe ich in der Liste aus Höflichkeit oder um auf dem Laufenden zu bleiben. Obwohl aus „Höflichkeit in der Freundesliste“ schon ne echt kranke Vorstellung ist.

Wieviele dieser Facebookfreunde würde man viel lieber Abends in einem Lokal treffen anstatt auf Facebook?

Meist „treffe“ ich mich mit Freunden nicht auf Facebook. Dort wird eigentlich nur des Messenger zum Organisieren verwendet.

Hat man so viele Freunde auf Facebook die man anders nicht erreichen würde da sie zb. auf anderen Kontinenten leben?

Nein, ich glaube der größte Teil lebt sogar im gleichen Bundesland.

Es treten auch Fragen zum Datenschutz auf:

Wie oft wurden Nutzungsbedingungen seit 2008 verändert und angepasst?

Ich habe nicht die geringste Ahnung, schätze aber mehrmals im Jahr.
Welche der Änderungen waren zugunsten der Benutzer und welche zugunsten von Facebook selbst? Wie oft konntet ihr vor Änderungen mitbestimmen? Konntet ihr Änderungen widersprechen und Facebook mit den vorhergehenden Bedingungen weiterverwenden?

Da ich die Nutzungsbedingungen nicht aktiv verfolge, kann ich darauf keine Antworten geben.

Auch andere rechtliche Fragen stehen im Raum:

Verfolgt Facebook über die, auf Seiten eingebauten Like Buttons, Benutzer über mehrere Webseiten?

Das ist eine interessante Frage und technisch durch den Like Button auf jeden Fall möglich. Allerdings wage ich das zu bezweifeln, da auch viele große Firmen, die sich einen Gerichtsprozess mehr leisten können, dagegen vorgehen würden. Facebook würde dann ja Nutzerstatistiken von fremden Firmen sammeln können.
Werden Benutzerprofile aus allen zur Verfügung stehenden Quellen erstellt?

Das ist möglich. Allerdings denke ich nicht, dass das nötig ist. Die meisten Nutzer geben mehr als genug von sich freiwillig preis, dass das nicht nötig ist.
Gehören Bilder die ich selbst fotografiert und dann hochgeladen habe mir oder Facebook?

Ich meine gelesen zu haben, dass nach den AGB die Fotos Facebook gehören. Allerdings wird so eine Regel zumindest von Rechtsanwälten auf dessen Gültigkeit angezweifelt.
Schickt Facebook meinen Freunden Werbung mit Referenz darauf, dass ich “dieses Produkt geliked” habe?

Ja, das ist zum Beispiel bei Fanseiten zu sehen oder auch rechts in der Leiste. Nicht weiter tragisch. Ein „Like“ ist für mich ein öffentliches Bekenntnis zu etwas und „muss“ sogar so verwendet werden.
Was passiert mit Daten die ich von meinem Profil lösche? Sind diese Daten dann weg?

Nein, ein Teil der Daten bleibt bestehen um zum Beispiel von anderen geteilte und kommentierte Beiträge nicht zu korrumpieren.

Letzte Möglichkeit einer Fragestellung?

Hat sich euer Leben, seit ihr Facebook benutzt, verändert?

Ich schaue täglich bei Facebook rein um zu gucken, was es Neues gibt.
Wisst ihr mehr oder weniger über eure Freunde?

Mehr als ich wissen will. Beziehungsdramen und Selbstdarsteller gehören in die eigenen vier Wände.
Seid ihr besser oder schlechter in Kontakt mit euren Freunden?

Glaube da hat sich nichts geändert.
Wie viel Zeit verbringt ihr täglich mit bzw. auf Facebook?

Ich schätze mal eine halbe Stunde nach Feierabend.

Und wann löschst du nun den Account?

Was mich am meisten an Facebook stört ist mittlerweile die schlecht personalisierte Werbung. Nur weil ich eine Fanseite betreibe, brauche ich keine Werbeeinblendungen von professionellen Werbefirmen. Mittlerweile liebäugle ich sehr mit Google+. Die Möglichkeit sich ganz anders mit Personen zu vernetzen gefällt mir sehr. Um also die Frage zu beantworten. Ich würde meinen Facebook Account löschen, wenn Google+ mehr Nutzer hätte.

Warum das Max-Mosley-Urteil gut für Google ist

Heute ist ein Urteil gegen Google gefallen, dass es dem Unternehmen verbietet Sexbilder von Max Mosley in der Bildersuche anzuzeigen. Die Medien sprechen übereinstimmend, dass dies eine Niederlage für Google ist. Aber man kann das auch anders sehen. Man kann es auch für einen großen Sieg und ein Eingeständnis an den Konzern an den Konzern sehen. Dieses Urteil zwingt im Prinzip Google dazu das Internet zu kontrollieren. Aber dazu muss ich etwas weiter ausholen.

Google ist das Internet

Versuch dir einmal vorzustellen, wie das Internet oder gar unser Alltag heute aussehen würde, wenn es Google nie gegeben hätte. Kurz nachgedacht und man würde einfach behaupten, dass es dann einfach eine Suchmaschine weniger geben würde. Dem wäre natürlich so, aber das Web wäre trotzdem ein anderes geworden. Dazu muss ich einmal grob erklären wie Suchmaschinen funktionieren. Grob gibt es zwei Arten. Es gibt die Crawler (z.B. Google) und es gibt die Verzeichnisse (z.B. damals Yahoo).

Verzeichnisse funktionieren so, dass dort von Hand ein Eintrag zu einer Webseite gemacht wird, die beschreibt was es dort zu finden gibt. Diese Arten von Suchmaschinen waren zu beginn des Internets am weitesten verbreitet. Das Problem ist, dass nur Seiten erfasst werden können, die dort eingetragen werden und man keine Aussage über die Qualität erlangt. Crawler haben eine andere Technik. Diese besuchen jede Webseite, die sie irgendwie aufrufen können und lesen alles mögliche an Informationen aus. Ein mittlerweile überaus effektiver Algorithmus wertet die Daten aus und weist jeder Webseite Suchbegriffe und eine Relevanz zu. So wird wirklich alles gefunden aber es erfolgt keine Kontrolle von Hand mehr.

Diese Crawling-Methode hat Google dermaßen perfektioniert, dass sie die erfolgreichste Suchmaschine auf der Welt ist. Es gibt eine ganze Branche die nur darauf spezialisiert ist Webseiten so zu optimieren, dass sie besonders gut gefunden werden. Das gibt natürlich dem eine besondere Macht. Wer nicht bei Google gefunden wird, hat meist deutlich weniger Besucher. Handelt es sich dabei um eine kommerzielle Webseite ist das bares Geld. Bis jetzt hat Google diese Macht nicht missbraucht, aber das Max-Mosley-Urteil zwingt Google dazu.

Google soll das Netz kontrollieren

Um das auszuführen muss ich nochmal einen kleinen Schritt zurück gehen. Man muss beachten, dass die Suchmaschine nur die Suchergebnisse anzeigt und nicht bereitstellt. Das heißt Bilder, Texte, Videos usw. werden von einem völlig anderem Betreiber bereitgestellt. Dieser ist dann auch dafür rechtlich verantwortlich.

Nun werden aber von Google täglich Millionen von Webseiten gescannt und noch viel mehr Suchergebnisse angezeigt. Es ist schier unmöglich automatisch zu Filtern, welche Informationen legal angezeigt werden dürfen. Das würde bedeuten, dass händisch dies händisch getan werden muss. Google wird durch dieses Gerichtsurteil dazu angetrieben das Netz zu kontrollieren. Ich würde gar behaupten als übergeordnete Instanz im Internet zu agieren. Das kann natürlich nicht im Sinne des Internets sein. Aber anscheinend ist es Auffassung der Gerichte, dass dies genau die Aufgabe von Google ist.

Fazit

Natürlich ist es richtig, dass solche Bilder nicht im Internet verbreitet werden dürfen, von niemanden. Aber es kann nicht sein, dass es Aufgabe der Suchmaschinen ist Inhalte im Internet zu zensieren. Die Verantwortung der Wahrung der Persönlichkeitsrechte gilt vor allem für die Anbieter dieser Inhalte. Und auch nur diesen kann und darf es erlaubt sein, dieses zu verbieten.

Steam In-Home Streaming, wer braucht das überhaupt?

Eigentlich wär es eine tolle Sache. Der potente Rechner im Arbeitszimmer rendert die Spiele und ich kann sie gemütlich vor dem großen Fernseher zocken. Das zumindest verspricht Steam mit seinem In-Home Streaming und so müssen sich das auch die PR-Leute gedacht haben. Aber irgendwie sehe ich darin gar keinen Vorteil.

Lass mich gleich die gesamte Technik blockieren!

Denn wie sieht das technisch aus? Man benötigt dafür einen leistungsstarken Rechner, einen Fernseher und einen zweiten Rechner zum Streamen. Schaltet also gleich drei Geräte gleichzeitig ein. Nun könnte man meinen, dass man den Gamer-Rechner noch für andere Aufgaben benutzen kann. Dem ist aber leider nicht so. Im Gegenteil, das Spiel reagiert sowohl auf die Eingaben des Hauptcomputers so wie auf die Eingaben des Steaming-Rechners. Da bahnen sich schon fiese Streicher für die Geschwister an.

Ein eher interessanteres Szenario wäre für mich zum Beispiel das Streaming auf ein Tablet, Smartphone oder den Laptop im Garten. Allerdings wird es da sicher noch einige Steuerungsprobleme geben. Noch viel cooler wäre ein Streaming über das Internet. Dann könnte man in der Bahn die großen AAA-Titel auf dem Smartphone zocken. Und das in voller Grafikpracht.

Alles noch Beta, oder was?

Gestern gab es wieder eine große Einladungswelle zum Betatest des In-Home Streamings. Allen Zweifeln zum Trotz habe ich es dann auch selbst einmal ausprobiert. Die Verbindung zweier Rechner funktioniert quasi automatisch. Man muss sich einfach nur auf zwei Rechner mit dem gleichen Account einladen. Schon erscheinen in der Bibliothek die installierten Spiele auf dem jeweils anderen Rechner. Ich hätte mir noch einen bessere Filter gewünscht. Man kann sich nicht nur die auf einem anderen Clienten installierten Spiele anzeigen lassen.

In meinem Testlauf hatte ich meinen Gaming-Pc und ein Laptop im W-Lan ausprobiert. Als Spiel hatte ich Counter-Strike Global Offensive gewählt. Das Streaming lies sich einfach mit dem Start des Spiels auf dem Laptop beginnen. Allerdings hatte ich noch erhebliche Perfomanceprobleme. Auf beiden Computern ruckelte es wie verrückt und Spielen war eigentlich unmöglich. Leider würde ich das aber auch eher aus das W-Lan als auf die Betaphase schieben. In-Home Streaming wird also zumindest bei mir am Heimnetzwerk scheitern.

Ein Server für jede Wohnung

Am liebsten würde ich die Idee des In-Home Streamings noch ein wenig weiter spinnen. Vielleicht existiert das ja auch so in zehn Jahren. Man stelle sich vor, in jeder Wohnung steht ein leistungsstarker Server. Dieser ist mit allen Geräten im Haus vernetzt. Diesem ist es möglich ein oder mehrere Spiele an verschiedene Ausgabegeräte zu streamen. Zusätzlich übernimmt dieser auch noch weitere Dienste, wie Zugang zum Internet und Speicherplatz. Einen PC würde es dann gar nicht mehr geben. Es existieren dann nur noch Ausgabemedien und Eingabegeräte. Mit diesen hat man dann Zugriff auf den Home-Server und kann dort seine Programm ausführen. Ich finde das eigentlich eine ziemlich „bequeme“ Fantasie. Allerdings möchte ich jetzt nicht mit den ganzen Datenschutzfragen noch anfangen… . 😉

CodeCombat spielend Programmieren

Ich habe mir immer wieder mal Gedanken gemacht, ob man nicht Programmieren und Computerspiel irgendwie vereinigen kann. Man hat im Prinzip eine Einheit und dessen Verhalten wird durch ein selbst geschriebenes Script bestimmt. Ich stelle mir das dann so vor, dass ich das schwerste Level einfach mit einem Oneliner lösen kann. Das Können vorausgesetzt. Auf jeden Fall sehr spannend.

CodeCombat macht so etwas. Man steuert/programmiert Einheiten durch eine Fantasy-Welt und lässt sich gegen Oger kämpfen. Dabei wird als Scriptsprache JavaScript verwendet. Das Tutorial ist ganz witzig, da auch wie im Verlauf der restlichen Missionen immer lustige Anspielungen auf Rollenspiele gemacht werden. Allerdings hält sich die Komplexität der Aufgaben noch in Grenzen. Auch die schwierigen Level sind schnell gelöst. Allerdings war die Freude ein Level zu schaffen und der Ansporn nach der besten Lösung besonders groß. Man sollte es auf alle Fälle einmal anspielen. Wer das Tutorial überspringen möchte kann auch die Level direkt anwählen.

Crowdtesting Erfahrungsbericht

Dank dem Siegeszug des Smartphones entstehen täglich neue Apps. Und auch das Web 2.0 hat einen großen Anteil an neuer Software. Diese Entwicklungen müssen getestet werden, aber häufig stecken dahinter nur kleine Firma, die sich eine große Menge an Testern gar nicht leisten kann. Die Lösung für das Problem lautet Crowdtesting. Dienstleister organisieren die Tester und den Testablauf und lassen sich das natürlich bezahlen. Das Schöne ist, dass auch der einfache Internetnutzer hat davon etwas. Vier Anbieter bezahlen dich, wenn du dich als Tester zur Verfügung stellst: Testbirds, passbrains, testCloud und testhub.

Bei der Anmeldung muss man eine Menge von sich Preis geben. So wird nach Hobbys und dem Bildungsgrad gefragt. So sollen möglichst passende Tests gefunden werden. Auch muss man fast immer einen Einstiegstest ablegen. Dieser soll aber viel mehr das System des Anbieters darstellen als Fähigkeiten überprüfen. Alle Testberichte werden manuell von Mitarbeitern der Anbieter überprüft und entsprechend angenommen oder müssen Überarbeitet werden.

Music Timeline

Das Tolle an Google ist, Google macht gern auch mal Sachen, nur weil man sie kann (und um Musik zu verkaufen, dazu später). Das Neueste ist die Music Timeline. Dort wird die Beliebtheit verschiedener Genres zu verschiedenen Zeiten grafisch dargestellt. Man kann reinzoomen und Untergenres begutachten oder bis auf einzelne populäre Bands die Daten aufschlüsseln. Dazu wird passend das richtige Album gleich zum Verkauf angeboten (Aha, also doch nicht nur, weil man es kann ;)). Bei wem übrigens die Music Timeline nicht richtig geht, sollte versuchen die Seite öfter neu zuladen. Entweder ist sie überlastet oder noch recht buggy.

Was kann ich nun daraus ablesen?

Eine gute Frage. Auf den Seiten die darüber berichten, wird es leider meist falsch dargestellt. Dort wird behauptet, dass man die Beliebtheit eines Genres zur damaligen Zeit sieht. Sprich: Welche Musikrichtungen waren in den 50er besonders beliebt. Schade nur, dass das nicht geht. Dazu muss man sich einmal anschauen, wie Google überhaupt die Daten erhoben hat. Hier lässt sich das sehr schön nachlesen. Dort heißt es, dass die gekaufte Musik bei Google Play nach Genre und Erscheinungsdatum aufgeschlüsselt wird. Das heißt, kaufe ich heute ein Jazzalbum aus den 50er, wird der Graph bei 1950 Jazz etwas größer. So kann man dank Google den Musikgeschmack unserer Eltern beeinflussen. Nein, so geht das natürlich nicht. 😉

Was man daraus ablesen kann ist folgendes: Man schnappe sich ein Genre, z.b. Jazz. Dann schaue man sich den Graph an und sieht, das in den 50er ein besonders großer Knubbel ist. Das bedeutet Jazz aus den 50er ist besonders beliebt (naja, eigentlich nur häufig gekauft). Ein erster hoch wissenschaftlicher Schluss ist: Nach 1960 wurde kein anständiges Jazzalbum mehr produziert. Interessant ist auch: Wenn Rock, dann doch bitte Classic Rock.

Geht man einmal ganz rechts an den Graphen, dann lässt sich dann aber doch so etwas wie eine Verteilung der Beliebtheit aktueller Musik ableiten. Und das sieht für mich so aus, als ob es nur vier oder fünf Genres gibt, die in der Masse gehört werden. Aber auch das ist nur schwer aus der Grafik zu ermitteln.

Am Ende bleibt ein tolles Diagramm mit dem jeden Musikstreit auf die nächste Ebene bringen kann und natürlich eine nette PR-Aktion von Google.