Flappy Bird – Geschicklichkeitsspiele im Revival

Handyspiele werden schon lange als der große Handheldkiller gehandelt. Das Jahr 2014 hat nun auch seinen nächsten großen Kandidaten dafür. Flappy Bird wurde im Mai 2013 .GEARS Studios veröffentlicht und von Nguyen Ha Dong programmiert. Aber erst jetzt hat es gewaltig an Popularität zugelegt.

In Flappy Bird geht es darum einen Vogel durch einen Hindernisparcour zu steuern. Die Hindernisse sehen verdächtig nach den Röhren von Super Mario aus. Die Steuerung ist dabei recht simpel. Mit einem einfach Tap führt der Vogel einen Schwung mit den Flügel aus und gewinnt an etwas höhe. Mit der Zeit verliert der Vogel an Höhe und stürzt ab. Bei einer Kollision mit einer Röhre oder dem Boden ist das Spiel vorbei. Der Clou an dem Spiel ist das einfache Spielprinzip und der Hohe Schwierigkeitsgrad. Mein Rekord war nach mehreren Stunden 4.

Das Spielprinzip gab es auch schon auf vielen Systemen und ist sicher so alt wie die moderne Videospielgeschichte. Trotzdem wurde ein großer Hype ausgelöst. Große Zeitungen und Portal sprechen von Hass-Liebe und Suchtpotential. In einem kleinen Überblick möchte ich über die interessantesten Geschicklichkeitsspiele auf dem Handy berichten.

Am Anfang war die Schlange

Als DAS Handyspiel überhaupt abgestempelt ist sicher Snake und seine vielen Varianten. Dabei wurde die erste Version schon 1976 programmiert. Populär wurde es in den 90er Jahren vor allem durch Nokia. Dieses Spiel war damals auf fast allen Nokia-Handys vorinstalliert.

Bei Snake geht es darum eine Schlange Früchte einsammeln zulassen. Wird eine Frucht eingesammelt, wächst die Schlange und wird länger. Das Spiel ist vorbei, wenn der Spielfeldrand oder die Schlange sich selbst berührt.

Klötzchen made in UdSSR

Als einer der Klassiker gilt sicher auch Tetris in all seinen Varianten. Das Original wurde 1984 von Alexei Paschitnow programmiert und war das erste Spiel, welches damals von der UdSSR in die USA exportiert wurde. Bis heute wurden etwa 100 Millionen Kopien auf Handys installiert.

Das Ziel von Tetris ist es die verschieden geometrischen Figuren so geschickt anzuordnen, dass es möglichst viele Punkte gibt. Eine Reihe ist ein sogenanntes Tetris. Die Zeile wird dann gelöscht und es gibt extra Punkte. Ist der Bildschirm voller Blöcke, ist das Spiel verloren.

Jump Jump

Ein weiteres Geschicklichkeitsspiel wurde 2009 auf ios und 2010 auf Android veröffentlicht. Vielen ist es sicher auch bekannt durch die aggressive Vermarktung im Fernsehen in gewissen Spar-Abos. Gemeint ist Doodle Jump. In diesem Spiel muss die Spielfigur von Platform zu Platform gesteuert werden um in einen im Prinzip endlosen Level weit nach oben zu kommen. Das Besondere ist, dass bei der Steuerung der Beschleunigungssensor des Geräts verwendet wird. Mit nach links bzw. recht Schwenken wird die Figur nach links oder eben nach rechts bewegt.

Der Anfang der Vögel

Schon 2009 waren Vögel die Stars in dem Spiel Angry Birds. Dort werden die wütenden Vögel mit Hilfe eines Katapults abgeschossen um die Unterschlüpfe von Schweinen zu zerstören. Angry Birds ist noch immer ein populäres Spiel und wurde auf vielen System veröffentlicht. Vor nicht langer Zeit wurde eine Star Wars Adoption entwickelt.

Spintires – der Matschsimulator

Über Kickstarterprojeke stolpert man viele, die ein besonderes Feature, Spielgröße oder auch nur eine atemberaubende Story bieten. Selten steht eine besondere Technik oder Engine im Vordergrund. Spintires von Oovee Game Studios ist ein Offroad-Rennspiel, dass sich besonders dem physikalisch korrekten Simulieren von Wasser, Matsch und anderen Untergründen verschrieben hat.

Das Finazierungsziel wurde schon vor einiger Zeit erreicht, aber trotzdem möchte ich über dieses Spiel berichten. Auf der Webseite steht auch eine Tech-Demo bereit. In dieser kann man mit zwei Fahrzeugen das Gelände erkunden. Das Wort Matschsimulator trifft es ganz gut. Durch unachtsames Fahren bin ich eigentlich regelmäßig im Matsch stecken geblieben. Man sieht sehr schön, wie sich im Untergrund neue Furchen und Fahrlinien bilden. Für mich ist das jetzt ein Muss in jedem neuen Rennspiel. Ein weiteres Eye-Candy ist das sich unter dem Fahrzeug wegbewegende Gras.

Ganz egal welches Spiel nun am Ende um diese Engine geschrieben wird, ich bin von der Technik-Demo schon begeistert. Das fertige Spiel kommt sogar mit Mod-Support. Ich werde auf jeden Fall ein Auge darauf werfen.

Steam In-Home Streaming, wer braucht das überhaupt?

Eigentlich wär es eine tolle Sache. Der potente Rechner im Arbeitszimmer rendert die Spiele und ich kann sie gemütlich vor dem großen Fernseher zocken. Das zumindest verspricht Steam mit seinem In-Home Streaming und so müssen sich das auch die PR-Leute gedacht haben. Aber irgendwie sehe ich darin gar keinen Vorteil.

Lass mich gleich die gesamte Technik blockieren!

Denn wie sieht das technisch aus? Man benötigt dafür einen leistungsstarken Rechner, einen Fernseher und einen zweiten Rechner zum Streamen. Schaltet also gleich drei Geräte gleichzeitig ein. Nun könnte man meinen, dass man den Gamer-Rechner noch für andere Aufgaben benutzen kann. Dem ist aber leider nicht so. Im Gegenteil, das Spiel reagiert sowohl auf die Eingaben des Hauptcomputers so wie auf die Eingaben des Steaming-Rechners. Da bahnen sich schon fiese Streicher für die Geschwister an.

Ein eher interessanteres Szenario wäre für mich zum Beispiel das Streaming auf ein Tablet, Smartphone oder den Laptop im Garten. Allerdings wird es da sicher noch einige Steuerungsprobleme geben. Noch viel cooler wäre ein Streaming über das Internet. Dann könnte man in der Bahn die großen AAA-Titel auf dem Smartphone zocken. Und das in voller Grafikpracht.

Alles noch Beta, oder was?

Gestern gab es wieder eine große Einladungswelle zum Betatest des In-Home Streamings. Allen Zweifeln zum Trotz habe ich es dann auch selbst einmal ausprobiert. Die Verbindung zweier Rechner funktioniert quasi automatisch. Man muss sich einfach nur auf zwei Rechner mit dem gleichen Account einladen. Schon erscheinen in der Bibliothek die installierten Spiele auf dem jeweils anderen Rechner. Ich hätte mir noch einen bessere Filter gewünscht. Man kann sich nicht nur die auf einem anderen Clienten installierten Spiele anzeigen lassen.

In meinem Testlauf hatte ich meinen Gaming-Pc und ein Laptop im W-Lan ausprobiert. Als Spiel hatte ich Counter-Strike Global Offensive gewählt. Das Streaming lies sich einfach mit dem Start des Spiels auf dem Laptop beginnen. Allerdings hatte ich noch erhebliche Perfomanceprobleme. Auf beiden Computern ruckelte es wie verrückt und Spielen war eigentlich unmöglich. Leider würde ich das aber auch eher aus das W-Lan als auf die Betaphase schieben. In-Home Streaming wird also zumindest bei mir am Heimnetzwerk scheitern.

Ein Server für jede Wohnung

Am liebsten würde ich die Idee des In-Home Streamings noch ein wenig weiter spinnen. Vielleicht existiert das ja auch so in zehn Jahren. Man stelle sich vor, in jeder Wohnung steht ein leistungsstarker Server. Dieser ist mit allen Geräten im Haus vernetzt. Diesem ist es möglich ein oder mehrere Spiele an verschiedene Ausgabegeräte zu streamen. Zusätzlich übernimmt dieser auch noch weitere Dienste, wie Zugang zum Internet und Speicherplatz. Einen PC würde es dann gar nicht mehr geben. Es existieren dann nur noch Ausgabemedien und Eingabegeräte. Mit diesen hat man dann Zugriff auf den Home-Server und kann dort seine Programm ausführen. Ich finde das eigentlich eine ziemlich „bequeme“ Fantasie. Allerdings möchte ich jetzt nicht mit den ganzen Datenschutzfragen noch anfangen… . 😉

CodeCombat spielend Programmieren

Ich habe mir immer wieder mal Gedanken gemacht, ob man nicht Programmieren und Computerspiel irgendwie vereinigen kann. Man hat im Prinzip eine Einheit und dessen Verhalten wird durch ein selbst geschriebenes Script bestimmt. Ich stelle mir das dann so vor, dass ich das schwerste Level einfach mit einem Oneliner lösen kann. Das Können vorausgesetzt. Auf jeden Fall sehr spannend.

CodeCombat macht so etwas. Man steuert/programmiert Einheiten durch eine Fantasy-Welt und lässt sich gegen Oger kämpfen. Dabei wird als Scriptsprache JavaScript verwendet. Das Tutorial ist ganz witzig, da auch wie im Verlauf der restlichen Missionen immer lustige Anspielungen auf Rollenspiele gemacht werden. Allerdings hält sich die Komplexität der Aufgaben noch in Grenzen. Auch die schwierigen Level sind schnell gelöst. Allerdings war die Freude ein Level zu schaffen und der Ansporn nach der besten Lösung besonders groß. Man sollte es auf alle Fälle einmal anspielen. Wer das Tutorial überspringen möchte kann auch die Level direkt anwählen.

Deponia Fortsetzung?

Nach Monkey Island hat mich lange kein Adventur mehr so begeistert wie die Deponia Trilogie. Auch wenn ich das Ende etwas zu hastig empfunden habe. Eigentlich mit dem dritten Teil abgeschlossen, kommen jetzt Gerüchte auf, dass einen Nachfolger zu Goodbye Deponia geben wird. Schuld daran ist ein auf der Facebookseite gepostetet Video. Achtung Spoiler: Darin deutet der Sprecher von Rufus (Monty Arnold), dass Rufus noch immer am Leben ist. Man kann da natürlich viel reininterpretieren, aber bei einer Laufzeit von 11 s ist es schwer etwas zu deuten. Unlogisch wäre eine Fortsetzung zumindest nicht. Besonders der Abschluss der Trilogie von Deponia wurde mit Bestwertungen überhäuft.

Neues Humble Weekly Sale

Seit einiger Zeit ein richtiger Freizeitkiller sind die vielen vielen Indiebundles. Dort gibt es meist eine Auswahl an Videospielen für einen selbst gewählten Preis oder einem Durchschnittspreis. Man kommt also an jede Menge Games für wenig Geld, die man Ende aber gar nicht spielt, weil schon das nächste Bundle anrückt.

Vor kurzem ist das neue Humble Weekly mit Spielen von Bohemia Interactive erschienen. Das kann sich richtig sehen lassen. Für einen selbst gewählten Preis kriegt man:

  • Armed Assault 2 Militär-Taktik-Shooter (Metacritic 77%)
  • Take on Helicopters Action-Simulation (Metacritic 70%)
  • UFO: Afterlight Strategie (Metacritic 71%)
  • Alpha Prime Action (Metacritic 59%)
  • Armed Assault – Gold Edition Militär-Taktik-Shooter
  • ARMA Tactics

Zahlt man 6$ (ca. 4,40 €) oder mehr gibt es oben drauf:

  • Carrier Command Strategie (Metacritic 60%)
  • ARMA 2 – Operation Arrowhead Militär-Taktik-Shooter (Metacritic 73%)
  • ARMA 2 Day Z Mod

Alle Spiele laufen auf Windows und unter Steam. Das ist nach den meiner Meinung nach etwas schwächeren Bundles mal wieder ein richtig gutes.