Warum das Max-Mosley-Urteil gut für Google ist

Heute ist ein Urteil gegen Google gefallen, dass es dem Unternehmen verbietet Sexbilder von Max Mosley in der Bildersuche anzuzeigen. Die Medien sprechen übereinstimmend, dass dies eine Niederlage für Google ist. Aber man kann das auch anders sehen. Man kann es auch für einen großen Sieg und ein Eingeständnis an den Konzern an den Konzern sehen. Dieses Urteil zwingt im Prinzip Google dazu das Internet zu kontrollieren. Aber dazu muss ich etwas weiter ausholen.

Google ist das Internet

Versuch dir einmal vorzustellen, wie das Internet oder gar unser Alltag heute aussehen würde, wenn es Google nie gegeben hätte. Kurz nachgedacht und man würde einfach behaupten, dass es dann einfach eine Suchmaschine weniger geben würde. Dem wäre natürlich so, aber das Web wäre trotzdem ein anderes geworden. Dazu muss ich einmal grob erklären wie Suchmaschinen funktionieren. Grob gibt es zwei Arten. Es gibt die Crawler (z.B. Google) und es gibt die Verzeichnisse (z.B. damals Yahoo).

Verzeichnisse funktionieren so, dass dort von Hand ein Eintrag zu einer Webseite gemacht wird, die beschreibt was es dort zu finden gibt. Diese Arten von Suchmaschinen waren zu beginn des Internets am weitesten verbreitet. Das Problem ist, dass nur Seiten erfasst werden können, die dort eingetragen werden und man keine Aussage über die Qualität erlangt. Crawler haben eine andere Technik. Diese besuchen jede Webseite, die sie irgendwie aufrufen können und lesen alles mögliche an Informationen aus. Ein mittlerweile überaus effektiver Algorithmus wertet die Daten aus und weist jeder Webseite Suchbegriffe und eine Relevanz zu. So wird wirklich alles gefunden aber es erfolgt keine Kontrolle von Hand mehr.

Diese Crawling-Methode hat Google dermaßen perfektioniert, dass sie die erfolgreichste Suchmaschine auf der Welt ist. Es gibt eine ganze Branche die nur darauf spezialisiert ist Webseiten so zu optimieren, dass sie besonders gut gefunden werden. Das gibt natürlich dem eine besondere Macht. Wer nicht bei Google gefunden wird, hat meist deutlich weniger Besucher. Handelt es sich dabei um eine kommerzielle Webseite ist das bares Geld. Bis jetzt hat Google diese Macht nicht missbraucht, aber das Max-Mosley-Urteil zwingt Google dazu.

Google soll das Netz kontrollieren

Um das auszuführen muss ich nochmal einen kleinen Schritt zurück gehen. Man muss beachten, dass die Suchmaschine nur die Suchergebnisse anzeigt und nicht bereitstellt. Das heißt Bilder, Texte, Videos usw. werden von einem völlig anderem Betreiber bereitgestellt. Dieser ist dann auch dafür rechtlich verantwortlich.

Nun werden aber von Google täglich Millionen von Webseiten gescannt und noch viel mehr Suchergebnisse angezeigt. Es ist schier unmöglich automatisch zu Filtern, welche Informationen legal angezeigt werden dürfen. Das würde bedeuten, dass händisch dies händisch getan werden muss. Google wird durch dieses Gerichtsurteil dazu angetrieben das Netz zu kontrollieren. Ich würde gar behaupten als übergeordnete Instanz im Internet zu agieren. Das kann natürlich nicht im Sinne des Internets sein. Aber anscheinend ist es Auffassung der Gerichte, dass dies genau die Aufgabe von Google ist.

Fazit

Natürlich ist es richtig, dass solche Bilder nicht im Internet verbreitet werden dürfen, von niemanden. Aber es kann nicht sein, dass es Aufgabe der Suchmaschinen ist Inhalte im Internet zu zensieren. Die Verantwortung der Wahrung der Persönlichkeitsrechte gilt vor allem für die Anbieter dieser Inhalte. Und auch nur diesen kann und darf es erlaubt sein, dieses zu verbieten.

2 Antworten auf „Warum das Max-Mosley-Urteil gut für Google ist“

  1. Dem kann ich nur zustimmen. Die „Initiative für Netzfreiheit“ (bei der ich Mitglied bin – netzfreiheit.org) beschäftigt sich intensiv mit Themen wie diesen. Bedenklich finde ich an Google auch die Geschäftsfelder die in letzter Zeit dazukamen. Da wäre zb. die Firma die intelligente Raumüberwachung inkl. Temperatursteuerung usw. anbietet oder auch das Google in Amerika bereits als Provider auftritt…

    1. Ganz in diese Richtung wollte ich mit der Kritik nicht gehen, auch wenn man sich darüber Gedanken machen sollte. Ich wollte damit aufzeigen, wie selbstverständlich die Gerichte von Google erwarten Verantwortung über das Internet zu übernehmen.

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